In meiner Schule lernen ca. 600 Schüler, es geht von der 7. bis zur 10 Klasse und 'nebenan' ist sind die Grundschulkinder.
Die Schule besteht aus verschiedenen Gebäuden, die insgesamt über ein großes Territorial verstreut sind. Jedes Gebäude ist bungalowartig aufgebaut, das heißt alles ist ebenerdig und somit gibt es auch keine lästiges Treppensteigen. :D
Dafür sind die Wege in den Pausen zum nächsten Raum immer sehr weit und wenn man „Glück“ hat, darf man von Stunde zu Stunde immer in die entgegengesetzte Richtung laufen. Der Schultag beginnt um 9 Uhr mit einer Klassenversammlung. Man trifft sich mit seiner „Formclass“ (in meinem Fall 10A) und seinem „Formteacher“ im Klassenraum und dort wird die Anwesenheitsliste durchgegangen, verschiedene Ereignisse angesagt und sonstiges. Dies dauert ungefähr 10 Minuten. Danach geht es durch die langen Gänge zur nächsten Stunde. Jeder Schüler hat einen verschiedenen Stundenplan. Da man die „Electives“ ( Wahlfächer) wählen kann und sich auch aussuchen kann, welchen Schwierigkeitsgrad man in Englisch und Mathematik belegen möchte, ist man in jedem Unterrichtsfach mit unterschiedlichen Leuten aus der Klassenstufe zusammen. Außerdem haben wir hier A- und B- Wochen.
Einmal im Monat gibt es eine Versammlung, die 2 Stunden geht und wo alle Schüler anwesend sind. Hier werden verschiedene Präsentationen von Schülern und Lehrern gegeben und es werden von Lehrern "Students of the months" aus jedem Jahrgang vorgestellt. Ratet mal, wer es von dem Monat September geworden ist. ;)
Eine Unterrichtestunde ist 60 Minuten lang. Nach der ersten Unterrichtsstunde hat man 3 Minuten Zeit bis zum nächsten Klassenraum zu laufen. Die erste Einheit setzt sich aus den ersten beiden Stunden zusammen. Danach ist „Recess“-Pause, ungefähr 30 Minuten lang. Dann ist wieder eine Einheit (also zwei Unterrichtsstunden) und dann gibt es "Lunch", was ca. 45 min dauert. Die letzte Einheit ist dann nochmal eine Stunde.
Ich habe meinen Spind neben meinen Freundinnen und glücklicherweise auch noch einen oben bekommen, was bedeutet, dass ich mich nicht immer bücken muss... :D Außerdem kann man immer schön seine Tasche dadrin lassen und muss nicht immer alles durch die Gegend schleppen. Die Schule an sich ist sehr schön gestaltet, doch der Schulhof ist oft nicht ganz so sauber.
In Mathematik wurde ich im höchsten Schwierigkeitsgrad „Advanced“ eingestuft, in Englisch bin ich in der mittel guten Klasse. Der Englischunterricht ist wie in Deutschland der Deutschunterricht, nur eben in Englisch. In ein paar Kleinigkeiten allerdings unterscheidet er sich. Als letztes haben wir „Animal Farm“ gelesen. Das Buch müssen sich die Schüler nicht extra kaufen, man kriegt es von der Schule. Im Moment müssen wir jeder eine Rede schreiben, darüber was wir in der Welt ändern würden.
Im Englischunterricht werden keine Tests oder gar Klausuren geschrieben, man muss auch keine Gedichte aufsagen oder Referate halten... Also 95% Frontalunterricht.
Im Matheunterricht sind alle ein wenig überfordert und reden durcheinander. Das Reden ist eigentlich in den meisten Stunden an der Tagesordnung, da oft Gruppenarbeiten stattfinden, die nicht vom Lehrer vorgesehen sind... Ich hab jetzt glücklicherweise den Stoff aus dem nächsten Jahr bekommen, ich hatte einfach keine Lust mehr Zeug zu machen, welchen ich sowieso schon kann.
Insgesamt wird das Benehmen im Unterricht benotet und Hausaufgaben, die eh fast keiner macht. Mündliche Beteiligung ist sowieso egal, jeder sagt einfach etwas wenn er grade Lust dazu hat, haha.
Wie ich schonmal erwähnt habe, ist das Verhältnis zu den Lehrern sehr offen und fast freundschaftlich. Das könnte man sich in Deutschland überhaupt nicht vorstellen. Manchmal find ich es auch ziemlich respektlos, wie die Schüler mit den Lehrern sprechen...
Dafür muss ich sagen, dass es im Gegensatz zu Deutschland nicht nur Bestrafungen gibt. Wenn man sich mal besonders gut verhält und sehr gut arbeitet, kriegt man schon mal einen positiven Brief nach Hause. Ich habe das Gefühl, dass sich die Lehrer wirklich individuell für jeden Schüler interessieren.
Ich werde diese Schule echt vermissen, so gar keinen Druck zu haben ist schon entspannt. Aber manchmal fehlt mir ein bisschen Herausforderung schon!
Im Januar gehe ich ja dann aufs Senior College und das wird bestimmt auch nochmal anders sein.
Ich hoffe, ich konnte Euch einen besseren Einblick in die australische Schule vermitteln. Danke für Euer zahlreiches Feedback, ich freue mich immer sehr darüber.
Eure Anna
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